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Nr. 01
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Bewusstheit, Wahl, Verschwörungsdenken
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Woran sich Bewusstheit misst

Probleme hat jeder, und zwar jeden Tag: mit dem Geld, mit den Kindern, in Beziehungen. Wenn nicht eigene, dann die von Bekannten. Auch Betrug hat schon jeder erlebt. Gewöhnlich nennt man das alles Chaos oder Hektik. Die Wörter sind geläufig, aber oberflächlich: Die Tiefe dessen, was geschieht, geben sie nicht wieder. Tatsächlich lebt der Mensch auf Autopilot und nimmt nur an dem teil, was um ihn herum aufgebaut ist. Wer von uns versteht das überhaupt? Und wie lässt sich dann bestimmen, ob ein Mensch Bewusstheit hat oder nicht?

Bewusstheit wird nach äußeren Merkmalen zugeschrieben

Bewusstheit kann sich bei einem Kind finden und einem Erwachsenen fehlen. Zugeschrieben wird sie aber einem Lehrer, einem Wissenschaftler, einem Geistlichen oder jemandem, den Sie selbst zu so einem erklärt haben. Der nimmt diese Rolle natürlich an. So beginnt das Äußere als das Wesentliche zu gelten: der Titel, der Wunsch, das Gesicht zu wahren oder sich zu profilieren.

Schon an den Handlungen lässt sich immer erkennen, dass da keine Bewusstheit ist, dafür aber Eigennutz, Berechnung, Ausnutzung. Wenn Sie weiterdenken, werden Sie den Schlüssel dazu suchen und ein Detail betrachten: warum Sie sie gerade ihm zuschreiben und was Sie da hineinlegen. Welches Ziel verfolgen Sie? Und Sie werden mit Sicherheit feststellen, dass Sie Ihre eigene Berechnung hineingelegt haben, die Sie mit allem Möglichen zu rechtfertigen bereit sind. Faktisch aber haben Sie einen Verrat vorbereitet und stellen sich gegen alle und alles.

Die weitergegebene Meinung wird zu Bedingungen

Danach geben Sie diese Meinung genauso an einen anderen weiter. Der gibt sie an den Nächsten weiter, und hier verläuft eine Grenze, die schon keine Grenze mehr ist: ein Loch in der Mauer, durch das jeder hineinklettert, dem gerade danach ist. So wächst sich jede Situation, die der Mensch selbst oder jemand für ihn geschaffen hat, zu Bedingungen aus.

Was will ich damit sagen? Denken Sie genau über die Wörter „Bedingungen“, „Umfeld“ und „Situation“ selbst nach, und Sie entdecken sofort: Allein im Lauf des letzten Tages haben Sie selbst ebenso versucht, über jemanden Ihre Angelegenheiten zu regeln oder vom Tisch zu bekommen. Auch sie gelangten ins Umfeld und kreuzten sich dort mit denen anderer. Genau daraus entsteht das Chaos, das man falsch versteht: Die Lösungen kreuzen sich, bis sie auf Gegenteiliges oder auf Gegnerschaft stoßen, und diese schlägt dann in Handeln um.

Und bedenken Sie gleich: Genauso handelt ausnahmslos jeder. Stellen Sie sich nun vor, wie viele Bedingungen und Umfelder aller Art jeder für andere vorbereitet, auf Vorrat anlegt und benutzt. All das wird in die Gesellschaft geworfen, in der alles durcheinandergeht. Wie soll man in einem solchen Gemisch sein Leben lenken, wenn die Bedingungen es lenken?

Nicht die, denen man die Schuld gibt, halten alles am Laufen

Wenn die Folgen kommen, zeigt man mit dem Finger auf die Führung und gibt allen die Schuld, denen man sie nur geben kann. Nur hält das alles nicht die Führung am Laufen. Wir halten es am Laufen, Sie und ich.

Wir bringen doch sogar unseren Kindern bei, wohin sie gehen und wonach sie streben sollen. Und wir verstehen nicht einmal, was wir ihnen beibringen. Tatsächlich bringen wir ihnen genau dasselbe bei, all die Probleme, auf die sie hundertprozentig nicht nur stoßen werden, sondern in denen sie auch leben werden. Einen Ausweg daraus findet nur ein geringer Prozentsatz. So lieben wir eben…

Die, denen man die Schuld gibt, sind genauso aufgewachsen: mit den Belehrungen der Eltern und mit der Meinung, die man von der Gesellschaft übernimmt. Auch sie sind wie wir alle: mir, meins, für mich. In einem so engen Blickfeld schafft der eine dem anderen Probleme, um auf dessen Kosten zu überleben.

Mit dem Geld ist es wie zu Hause: Was man liegen lässt, bleibt liegen

Woher nimmt man Geld, warum haben die einen Glück und die anderen nicht, und wann kommt endlich der Reichtum? Darüber denken fast alle nach. Die Antwort sucht man in Tarotkarten, bei Wahrsagerinnen, in Vorzeichen und fremden Ratschlägen. Wie man Sie dabei über den Tisch zieht, zeige ich Ihnen, und ich gebe Ihnen alle Antworten und Lösungen. Über den Tisch gezogen werden Sie sogar dann, wenn Sie irgendwo zufällig etwas dazuverdient haben und denken: „Oha, hat geklappt!“ In Wahrheit haben Sie einen Tag überbrückt, aber einen Monat verloren, wenn nicht ein Jahr.

Unterm Strich hat jeder nur das, was er selbst bewahrt, angenommen und gutgeheißen hat, was er andere gelehrt und was er gehegt hat. Das ist wie zu Hause: Was jemand wo und wie liegen gelassen hat, genau so liegt es da, bis er selbst aufräumt oder einer der Seinen hinter ihm aufräumt.

Wenn das ganze Bewusstsein vom Materiellen besetzt ist, misst der Mensch alles am Verdienst, an Leistungen und daran, worin er sich von anderen unterscheidet. Die Sorge um sich und die Seinen weicht der Berechnung. Und die Jugend wächst mit dem Geld der Eltern auf: Man gibt es ihr statt Fürsorge und Zeit.

Dazu ein kleines Beispiel. Angenommen, Sie können alles kaufen. Mein Vorschlag: Kaufen Sie die Zeit, die Sie verloren haben. Wenn das gelingt, sind Sie ein höheres Wesen und ein Übermensch! Und die Antwort darauf bestimmt restlos alles.

Wohin verschwindet diese Zeit? Während Sie Ihr Leben einem anderen widmen, der Sie durch nichts ergänzt, gewinnt er sowohl sein eigenes Leben als auch Ihre Hilfe, um darin zu leben und zu überleben. Ihr eigenes dagegen verlieren Sie einfach. Meistens aber konzentrieren wir uns darauf, Beziehungen und Ergebnisse dort zu erringen, wo man uns nicht annimmt, und verwenden darauf den größten Teil unserer Zeit. Und wo man bereit ist, uns zu ergänzen, nehmen wir das schon als selbstverständlich hin und verlieren, was da war. Deshalb spricht auch hier die Definition für sich. Ihre Wünsche stehen in völligem Widerspruch sogar zu den Ergebnissen, die Sie selbst brauchen.

Bewusstheit misst sich an der Wahl

Bewusstheit ist nicht Verstand, nicht IQ und nicht einmal Intellekt. Sie ist das, was immer in Ihnen und bei Ihnen bleiben wird, und darin liegt der ganze Sinn Ihres Lebens. Sie können sein, wer Sie wollen, und von sich denken, was Sie wollen. Das ist Ihr Recht. Es steht mir nicht zu, mich da einzumischen und Sie zu beeinflussen. Was Sie ausmacht, ist Ihre Wahl, also Ihre Entscheidungen und Handlungen. Bestätigt wird sie durch Ihre Taten und das Motiv, das Sie in sie hineinlegen, und gerade an ihnen erkennt man Bewusstheit sicher. Alles ist Wahl. Was man wählt, darin lebt man.

In Beziehungen sieht man alles genauso: an der Wahl des anderen Menschen. In seiner Wahl haben Sie immer einen Platz, und daran, welcher Platz das ist, sieht man, wie er wirklich zu Ihnen steht. Und alles, was er Ihnen zeigt, ist nicht das Wahre. Wenn in Worten alles da ist, in Taten aber etwas fehlt, hängt seine Haltung von der Laune ab.

Zur Führungspersönlichkeit macht Sie eine Wahl, bei der Ihre Eigenschaften für Sie arbeiten. Wenn es darum geht, sich abzuheben, greift man meist zu demselben Äußeren, und das spielt gegen Sie. Wir geben uns für jemanden aus, der wir nicht sind, suchen das Echte und laden dabei mit unserem ganzen Verhalten selbst zum Spiel ein. Eigenschaften haben Sie viele, und jede arbeitet entweder für Sie und ergänzt Sie, oder sie zerstört und schafft ständig Probleme. Darüber entscheiden nicht die Eigenschaften selbst, sondern Ihre Wahl, Haltung und Schlussfolgerungen.

Das Verschwörungsdenken erschafft der Mensch selbst

Überall Betrug, alles ist abgekartet, man hat sich gegen uns verschworen: So erklärt man Geldnot ebenso wie Misserfolge. Doch es gibt weder eine Verschwörung noch irgendetwas von dem, wovon Sie hören. Jede Wahl zeigt die Logik dessen, der gewählt hat. Ein gehorsamer Mensch denkt wenigstens manchmal über etwas nach. Feigheit dagegen lässt sich immer mit allem Möglichen rechtfertigen. Eben rechtfertigen, statt etwas an sich selbst zu ändern. Darin besteht das ganze Verschwörungsdenken: Der Mensch erschafft es selbst, bekräftigt es selbst und erweckt es mit der eigenen Feigheit und Dummheit zum Leben, von der Wirklichkeit aber sagt er sich los. Genau damit zieht man Sie über den Tisch.

Fragen an sich selbst

Es gibt nur ein Maß, und Sie können es gleich jetzt an sich selbst anlegen:

  • Wem haben Sie Bewusstheit zugeschrieben, ohne auf seine Wahl zu schauen?
  • Über wen haben Sie im Lauf des letzten Tages versucht, Ihre Angelegenheiten zu regeln?
  • Was lernen Ihre Kinder wirklich von Ihnen?
  • Wem geben Sie die Schuld an dem, was Sie sich mit eigenen Händen schaffen?
  • Wie viel Zeit haben Sie für Geld hergegeben, das trotzdem nicht reicht?
  • Welche Wahl haben Sie in der letzten Woche durch Ihr Tun bestätigt?
  • Welchen Platz haben Sie in der Wahl eines Menschen, der Ihnen nahesteht?
  • Womit versuchen Sie, sich abzuheben, und für wen arbeitet das in Wahrheit?
  • Was rechtfertigen Sie, statt es zu ändern?

Eine unangenehme Antwort auf wenigstens eine Frage zeigt, wo Sie mit dem Aufräumen anfangen können. Findet sich auf eine Frage keine Antwort, schreiben Sie mir unten: Wir sehen es uns gemeinsam an.

Kurz gesagt

Woran misst sich Bewusstheit?

An der Wahl, die ein Mensch durch sein Tun bestätigt hat: an Entscheidungen, Taten und dem Motiv, das er in sie hineingelegt hat. Verstand, IQ und Intellekt zeigen sie nicht, deshalb kann sie sich bei einem Kind finden und einem Erwachsenen fehlen.

Warum sieht man Bewusstheit oft beim falschen Menschen?

Weil man sie nach äußeren Merkmalen zuschreibt: einem Lehrer, einem Wissenschaftler, einem Geistlichen. Der nimmt die Rolle an, obwohl man an seinen Handlungen Eigennutz, Berechnung und Ausnutzung sieht.

Warum reicht das Geld nicht, selbst wenn man etwas verdient?

Ein Zufallsverdienst überbrückt einen Tag, und der Mensch verliert dabei einen Monat, wenn nicht ein Jahr. Ist das ganze Bewusstsein vom Materiellen besetzt, weicht die Sorge um sich und die Seinen der Berechnung, und die verbrauchte Zeit macht kein Geld der Welt wieder wett.

Woher kommt das Verschwörungsdenken, von dem so viel die Rede ist?

Der Mensch erschafft es selbst. Feigheit lässt sich mit allem Möglichen rechtfertigen, eben rechtfertigen, statt etwas an sich selbst zu ändern. So bekräftigt der Mensch das Verschwörungsdenken selbst und macht es lebendig, von der Wirklichkeit aber sagt er sich los.

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